Vereinsgeschichte

Rückblick auf 50 Jahre Schwarz-Weiß Die Zeitungsberichte von der Premiere der Faserhusaren am 18. November 1950 im Hotel "Zum Stern" waren überschwänglich: "Daß darf man ohne Einschränkung sagen: Die Siegburger Herren-Karnevalsgesellschaften haben mit den Faserhusaren eine in jeder Beziehung originelle, ausgezeichnet uniformierte, auch im äußeren Auftreten saubere Verstärkung er-halten. Die schwarzen, silberverschnürten Uniformen mit den tressenbesetzten Attilas und den schwarzweißen Husarenmützen boten ein harmonisches Bild, das sich recht kontrastreich neben die Uniformen und Dreispitze der Stadtsoldaten Rot-Weiß, der Funken Blau-Weiß und Uniformen der Bonner Husaren Rot-Schwarz zur Schau stellte".
In den schwierigen Jahren direkt nach dem 2. Weltkrieg stand vielen nicht der Sinn nach Karneval, erst mussten die größten Schwierigkeiten überwunden sein. In Köln zum Beispiel gründete sich zwar schon 1945 eine neue Karnevalsgesellschaft, einen Gründer-Boom (wie man das neu-deutsch sagt) gab es aber erst nach 1948. Und es ist auch leicht nachzuvollziehen, dass viele der ersten Nachkriegsvereine von den Belegschaften großer Unternehmen gegründet wurden, die damals schon einigermaßen guter Dinge in die Zukunft sehen konnten. In diesem Zusammenhang steht auch die Gründung der "Faserhusaren Schwarz-Weiss Siegburg" durch Angehörige der Chemie Faser AG (später Phrix Werke AG). Die Zellwolle, die in Siegburg produziert wurde, war damals noch stark nachgefragt, die Husaren der ersten Stunde hatten ein Einkommen und die Werksleitung unterstützte sie z.B. mit Stoffen für die Uniformen. Klar, dass sich die neue Gesellschaft in diesem Umfeld prächtig entwickeln konnte.
Im Wirtschaftswunder war dann aber die Chemiefaser aus Siegburg nicht mehr gefragt, und die Phrix-Werke mußten schließen. Diese Werkskrise erreichte mit etwas Verspätung auch die Faserhusaren. War die Chemie-Faser zunächst ein Vorteil für die Faserhusaren, so entzog ihnen der Niedergang des Werkes die soziale Basis. 1967 zählten sie noch acht Mitglieder, und “nur durch das Eingreifen einiger Idealisten wurde die Gesellschaft vor der Auflösung bewahrt”, heißt es in einem Bericht über die Zeit 1967-1972.
Der organisatorische Ausweg war die Wandlung der Herrenkarnevalsgesellschaft zur Bürgergesellschaft, einem heute nicht mehr ohne weiteres verständlichem Etikett: die Gesellschaft wurde für alle Karnevalsjecken geöffnet, Frauen konnten als aktive Mitglieder beitreten und das traditionelle Herrentanzcorps wurde durch gemischte Garden ersetzt. Ein Ausdruck dieses Wandels ist die Änderung des Vereinsnamens von “Faserhusaren” in “Husaren Schwarz-Weiss”.
Natürlich waren neue Strukturen nicht alles, sondern Menschen wie Herbert Schulze-do Ranies und Ewald Unterberg gaben der Gesellschaft neuen Schwung. In Erinnerung geblieben ist vor allem der viel zu früh verstorbene Ewald Unterberg, dessen mit “Freundschaften, gutes Essen und Spaß an d’r Freud” zutreffend beschriebene Natur viele an die Husaren gebunden hat. Auf Ewald Unterberg geht die längst Tradition gewordene Karnevalseröffnung auf dem Siegburger Markt zurück, er legte vor über 25 Jahren den Grundstein für die stattliche Runde der “Ritter des Rheinischen Humors”, und die Herrensitzung mit deftigen Essen geht ebenfalls auf sein Konto.
Einen verglichen mit allen anderen Stationen besonderen Höhepunkt erreichten die Husaren unter der Führung von Präsident Wilfried Rehme, dem Vorsitzendem Hans Schäfer, Zahlmeister Friedel Kleinholz und Klaus Knipp als Trainer. Mit großer Energie und Entschlossenheit legten sie die Basis für großartige sportliche Erfolge: Das Tanzcorps der Gesellschaft wurde 1989 und 1990 zweimal Deutscher Meister und Europameister bei den gemischten Garden.
Was ist heute wichtig bei den Husaren Schwarz-Weiss? Wie in all den Jahren bis heute ist es zunächst ein schönes Vereinsleben und der Spaß an d’r Freud. Eine besondere Freude ist unser Seniorentanzcorps, das inzwischen unter der Leitung von Daniela Arucaj (geborene Rehme) den traditionellen Marschtanz zu moderner Choreografie weiterentwickelt hat. Dieser Stil wird vom Publikum begeistert angenommen. In den letzten Jahren haben wir den Verein um eine neue Abteilung erweitert. Was zunächst mit der Fußgruppe „Pandas“ begann wird heute von einem neu gegründeten „Husarencorps“ weiterführt. Die schwarz-weissen Ritter des rheinischen Humors sind eine illustere Gesellschaft, die echte Freundschaft pflegt. Schön ist auch, dass der Elferrat als ältester Teil der Gesellschaft immer Nachwuchs gefunden hat und sich weiter verjüngt.
*
Orden

1950 1951 1952 1953

1954 1955 1956 1957

1958 1959 1960 1961

1962 1963 1964 1965

1966 1967 1968 1969

1970 1971 1972 1973

1974 1975 1976 1977

1978 1979 1980 1981



1982 1983 1984 1985



1986 1987 1988 1989
1990 1991 1992 1993

1994 1995 1996 1997

1998 1999 2000 2001

2002 2003 2004 2005

2006 2007 2008 2009

2010 2011 2012
*